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Muskeln - Eigenschaften und Arbeitsweisen

Alle Muskeln besitzen ausschließlich die Fähigkeit, Kraft zu erzeugen, in dem sie sich zusammenziehen. Dies nennt man auch kontraktile Eigenschaft der Muskulatur. Die Kontraktion ermöglicht durch die Verbindung mit den Sehnen, die über Gelenke zum Knochen verlaufen, letztlich Bewegung. Um ein Gelenk in verschiedene Richtungen bewegen zu können, braucht man immer mehr als einen Muskel. Grafik 8.4 verdeutlicht, dass zu einem die Bewegung auslösenden kontrahierenden Muskel ( Agonist ) immer ein Gegenspieler ( Antagonist ) gehört.

Grafik 8.4 Agonist und Antagonist am Beispiel des Kniegelenkes 

Das optimale Zusammenspiel beider im Sinne von Spannung, Gegenspannung und Entspannung ermöglicht weiche und ökonomische Bewegungen. Deshalb sollten auch Agonist und Antagonist möglichst gleich gut ausgebildet und flexibel sein, damit kein Ungleichgewicht entsteht. Zur Kommunikation zwischen beiden Muskeln „benutzt“ der Körper den Prozess der reziproken Hemmung. Das bedeutet schlicht, dass bei Anspannung des Antagonisten der Agonist etwas an Spannung verliert. Dies wird u.a. bei verschiedenen Formen des Stretchings ausgenutzt.

Ausser der Kontraktionsfähigkeit besitzen Muskeln auch elastische Eigenschaften. Ähnlich wie bei einer Feder können die Muskeln nach vorangehender Dehnung mehr Kraft erzeugen, ohne verstärkt aktiv sein zu müssen. Sie bewegen sich wie ein elastisches Band automatisch in Richtung Ausgangsstellung zurück.

Die Arbeitsweise der Muskulatur kann aufgrund dieser Zusammenhänge statisch, dynamisch überwindend (konzentrisch) oder dynamisch nachgebend (exzentrisch) erfolgen. Statische Arbeit leistet die Muskulatur, wenn sie gegen einen Widerstand eine stabile Position garantiert, ohne sich zu verkürzen. So müssen im Stehen z. B. die Rumpfmuskeln permanent statisch arbeiten, um eine aufrechte Position zu gewährleisten. Dynamisch überwindende oder konzentrische Arbeit leistet die Muskulatur, wenn sie sich gegen einen Widerstand zusammenzieht und dabei kürzer wird. Dies geschieht beispielsweise beim Beugen des Oberarmes, wobei sich der Bizeps verkürzt und den Gewichtswiderstand des Unterarmes überwindet. Dynamisch nachgebende oder exzentrische Arbeit kann die Muskulatur nur unter Einfluss eines zusätzlichen äußeren Widerstandes leisten. Dabei wird sie, trotzdem sie sich zu verkürzen versucht, durch den passiven Widerstand aufgedehnt. Dies geschieht zum Beispiel beim Aufsetzen des Fusses während des Laufens, wenn man sein Körpergewicht mit der Oberschenkel- und Wadenmuskulatur gegen die Schwerkraft abfängt. 

Neben der Kontraktionsform der Muskulatur unterscheidet man noch zwischen zwei Arten von Muskelfasern, die in jedem Muskel vorhanden sind: den langsam- und den schnellkontrahierenden. Die langsamen können weniger Kraft erzeugen und brauchen einen längeren Zeitraum für die Krafterzeugung, sind dafür aber ausdauernder. Die schnellen Fasern können in kurzen Zeiträumen viel Kraft erzeugen, ermüden jedoch sehr schnell. Vereinfacht gesagt spricht man durch Ausdauertraining verstärkt die langsamen Muskelfasern an und durch Schnellkraft- bzw. Schnelligkeitstraining vermehrt die schnelle Muskulatur.

Sportliche Bewegungen wie das Inline- Skating beziehen immer den Einsatz vieler Muskelgruppen mit ein, welche in den meisten Fällen Kombinationen der verschiedenen Arbeitsweisen bewältigen müssen. Die richtige Abstimmung der verschiedenen Muskeln aufeinander ist das Geheimnis weicher und ökonomischer Bewegungen !

Quelle: „Richtig Fitness Skating „ von Olaf Hoos u. Sebastian Baumgartner  
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