Herzfrequenz – der körpereigene Drehzahlmesser
Die körperliche Fitness hängt wesentlich von einem funktionierenden Herz- Kreislauf- System ab. Das auf Bewegung angewiesene Herz- Kreislauf- System muss mobil, gesund und leistungsfähig gehalten werden. Das Herz nimmt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle ein, da es gewährleisten muss, dass alle anderen Organe über die körpereigenen Blutbahnen mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt werden. Dabei hängt das insgesamt ausgeschüttete Blutvolumen davon ab, wieviel Blut pro Herzschlag in den Blutkreislauf abgegeben wird (Schlagvolumen) und mit welcher Frequenz dieser Vorgang stattfindet (Herzfrequenz).
Die Herzfrequenz ist für jeden Sportler deshalb ein so interessanter Parameter, da sie einfach zu ermitteln und zudem sehr aussagekräftig ist.
Wichtige Basisgrössen sind die Herzfrequenz in Ruhe (RHf) und die maximale Herzfrequenz (Hfmax) unter Belastung. Die Rhf charakterisiert, wieviel das Herz im Ruhezustand arbeitet, um den Grundbedarf des Körpers an Sauerstoff zu decken. Zusätzlich kann man durch regelmäßige Kontrollen feststellen, ob man sich in den letzten Trainingseinheiten zu viel zugemutet hat, ob beruflicher Stress einen sehr beansprucht hat oder ob man einen aufkommenden Infekt in sich trägt. All diese Punkte würden eine deutlich erhöhte RHf (³10 Schläge pro Minute) verursachen und sollte einen alarmieren. Durch regelmäßiges Training kann man die RHf verringern und das Schlagvolumen erhöhen, wenn auch nicht unbegrenzt. Das heisst, man kann durch Training erreichen, dass das Herz weniger arbeiten muss !
Bei einer Reduktion der durchschnittlichen Herzfrequenz um nur 5 Schläge pro Minute kann man sein Herz im Jahr um rund 2,5 Millionen Schläge „entlasten“ !
Die Hfmax spiegelt wider, was das Herz bei einer bestimmten Bewegung leisten muss und mit welcher Qualität die Muskulatur dabei eingesetzt wird. Die Hfmax variiert sehr stark interindividuell und gibt ganz persönlich für dich, deine „maximale Drehzahl“ an. Auch kann sie sich in verschiedenen Ausdauersportarten stark unterscheiden, je nach dem wieviel und welche Art Muskulatur in der jeweiligen Disziplin eingesetzt wird.
In Disziplinen mit hoher koordinativer Anforderung wie dem Inline- Skating kann man durch einen Test auf Inline-Skates (Siehe persönliche Trainingsbelastung) anhand der Hfmax auch erfahren, ob man in der Lage ist, sein körperliches Potential auszuschöpfen.
Häufig verwendete Formeln wie 220 – Lebensalter = Hfmax suggerieren, dass die maximale Schlagfrequenz für alle Menschen sehr ähnlich ist und mit dem Alter stark abnimmt. Das ist nicht unbedingt der Fall, sondern hängt wesentlich vom Grad der körperlichen Fitness und der Qualität der Muskulatur im Alter ab. Ein hohes Maß an körperlicher Fitness kann auch in Altersgruppen jenseits der sechzig Jahre für Hfmax- Werte sorgen, die deutlich über denen solcher Faustformeln liegen.
Fazit: Die individuelle maximale Herzfrequenz sollte man , falls möglich, immer durch einen spezifischen Test bestimmen und nicht anhand von allgemeinen Formeln !
Die Herzfrequenz ist für Fitnesssportler die beste Kontrollgröße zur Steuerung der Belastungsintensität, weil sie objektiv die Beanspruchung des Herz- Kreislauf- Systems widerspiegelt. Natürlich spielt das individuelle Gefühl beim Training, das "Feeling" während der Einheit, auch eine Rolle. Dieses ist jedoch meist nur bei erfahrenen Sportlern so gut ausgeprägt, dass eine Belastungssteuerung daran möglich ist.
Wichtig ist bei der Betrachtung von durchschnittlichen Herzfrequenzwerten während des Trainings, dass diese sich immer auf dein persönliches Maximum (Hfmax) beziehen sollte. Allgemeine Pulswerte als Belastungsgrößen, z.B. 130 Schläge als niedrige Belastung, sind nicht immer sinnvoll. Für den einen kann dies eine recht hohe Belastung bedeuten ( Hfmax von 150 ), für einen anderen eine sehr niedrige ( Hfmax von 200 ). Wenn man die gemessenen Hf-Werte immer auf seinen individuellen Maximalwert bezieht, erhält man so einen persönlichen "Drehzahlmesser". Dieser zeigt an, ob man sich während des Trainings im gewünschten, also im "grünen" Bereich aufhält oder ob man schon überzogen hat und sich im "roten" Bereich befindet. Wie man das Training über Ihre Herzfrequenz zielgerichtet steuern können, erfährst du im Bereich "Persönliche Trainingsbelastung".
Quelle: „Richtig Fitness Skating „ von Olaf Hoos u. Sebastian Baumgartner
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