Die Roller Derby-Weltmeisterschaft ruft

Körperkontakt ist ausdrücklich...
In Toronto findet im Dezember die erste Weltmeisterschaft in Roller Derby statt. Nachdem die letzten Spielerinnen für die Nationalmannschaft nominiert worden sind, hat jetzt die Trainingsphase begonnen.
Auf dem Weg zur ersten Roller-Derby-WM sind weitere wichtige Schritte getan. Anfang September wurden die letzten fünf Plätze für Team Germany vergeben: Insgesamt 20 Spielerinnen sind nun für die deutsche Roller-Derby-Nationalmannschaft aufgestellt. Gut zehn Wochen vor Beginn des World Cups ist das Team das erste Mal zum gemeinsamen Training in Stuttgart zusammengetroffen.
Roller Derby ist eine Vollkontaktsportart für Frauen, bei der zwei Teams gegeneinander antreten. Auf einer ovalen Bahn fahren je vier Spielerinnen pro Mannschaft als „Blocker“ in einem „Pack“ eng beieinander. Zwei Sprinterinnen versuchen, sich als „Jammer“ durch das Pack zu kämpfen. Die gegnerischen Blockerinnen wollen sie daran hindern und der eigenen Jammerin beim Durchkommen helfen. Jede überholte gegnerische Spielerin bringt einen Punkt. Voller Körpereinsatz ist erlaubt, aber keine Ellbogenchecks, keine Tritte, keine Schläge oder Kopfstöße.
Beim gemeinschaftlichen Warmfahren, den Blockübungen und dem Erarbeiten neuer Taktiken ging es beim ersten Teamtraining vor allem auch darum, sich als Mannschaft zu finden. „Ich war am Anfang etwas nervös“, resümiert Franziska Fuchs, die außerhalb von Team Germany als „Heavy Rotation“ für die „Berlin Bombshells“ spielt, „weil wir ja teilweise noch nie zusammen gespielt haben. Tatsächlich hat das Zusammenspiel dann aber wunderbar funktioniert“. Ähnlich sieht das auch Stefanie Bohnet, Trainerin der deutschen Nationalmannschaft und ihres Heimvereins, den „Stuttgart Valley Rollergirlz“, die insbesondere den vorhandenen Teamgedanken herausstreicht: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Spielerinnen sind sehr motiviert und möchten was reißen. Da stehen keine Spielerinnen aus Stuttgart, Berlin, Hamburg oder Essen, sondern das Team Germany.“
Klare Anwärterinnen auf den WM-Titel sind die USA, die die längste Roller-Derby-Tradition und die meisten Derby-Ligen vorweisen können, hoch eingeschätzt wird zudem Kanada. Trotzdem hat sich die deutsche Mannschaft ehrgeizige Ziele gesteckt: „Wenn wir so weiterarbeiten, jede für sich und auch noch einmal beim nächsten Teamtraining, haben wir durchaus eine Chance, im Spiel um Platz 3 mitzufahren“, so Bohnet.
Damit das klappt, ist allerdings weiterhin hohes Engagement nötig: Ein zusätzlicher Trainingsblock für Team Germany ist daher für den 5. und 6. November in Berlin angesetzt – eine weitere Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu machen!
Info´s: www.rollerderbygermany.de
