Inlinenews
30. December 2009Sebastian Baumgartner im Interview

Was war, was kommt - ein Rückblick und Ausblick

 

Mit dem Ausklingen eines ereignisreichen Jahren möchten wir unseren Lesern einen fantastischen Rutsch in das Jahr 2010 wünschen und freuen uns auf ein spannendes Inline-Jahr. Zugleich nutzen wir die Gelegenheit für einen Rückblick auf das Jahr 2009 - natürlich aus unserer Inline-Brille - und wagen einen kleinen Ausblick. Und wer könnte das besser als Sebastian Baumgartner, der sich den Fragen der InlineNews-Redaktion gestellt hat.

Sebastian, was waren für dich die sportlichen Highlights im Inline-Jahr 2009?

Zu den absoluten sportlichen Highlights zählen sicherlich die großartigen Erfolge der Deutschen Nationalmannschaft bei der diesjährigen WM in China. So kehrte erstmalig die Deutsche Nationalmannschaft mit zwei Gold- und drei Bronzemedaillen nach Deutschland zurück. Mit Sabine Berg und Felix Rijhnen misst sich Deutschland mit der Weltelite an vorderster Front.

Und welches Rennen hat bei Dir bleibende Eindrücke hinterlassen?


Neben dem großen Inline-Spektakel in Le Mans mit dem 24-h-Rennen für Teams und Einzelsportler steht der Berlin-Marathon für die meisten aktiven Inline-Skater an erster Stelle, so sorgten nicht zuletzt die perfekten Rahmenbedingungen und das Wetter für bleibende Eindrücke.

Welcher Athlet ist Dein persönlicher Star des Jahres?

Ganz klar: Victor Wilking! Er ist 2009 mit einem Team an den Start gegangen und hat im Alleingang die Saison beendet. Er konnte sich immer wieder im vorderen Hauptfeld zeigen, war einer der aktivsten Sportler im Rahmen des Berlin-Marathons und zeigte damit sein Potential. Am Ende der Saison wurde er für seine harte Arbeit belohnt und in eines der weltweit stärksten Teams aufgenommen, das Bont Arena Team.

Und welcher Event hat Dich persönlich am meisten überzeugt?

Es fällt mir nicht ganz leicht an dieser Stelle ein Statement abzugeben, konnte ich nur an einem Bruchteil der Rennen persönlich anwesend sein. Sportlich gesehen gab es sicher eine Menge kleinerer und größerer Rennen, doch wenn wir von einem Sport sprechen, den wir in die Medien bringen wollen, so gibt es für mich kein anderes Rennen als den Berlin-Marathon. Allein die letzten hundert Meter zeigen den Spitzensport in all seinen herausragenden Fassetten.

Wie sieht es in puncto Rennserien aus? Fangen wir mit dem World Inline Cup an. Was war gut und wo wünschst Du Dir für 2010 Veränderungen?

Nach einer langen Saison, vor allem mit dem spannenden Duell von Yann Guyader und Diego Rosero, ziehe ich eine positive Bilanz. Nachdenklich stimmt mich die derzeitige Planung des WIC für die Saison 2010, welche von 15 - 20 Rennen ausgeht, die auf dem gesamten Globus verteilt sind. In Zeiten wie diesen gilt es sicher nach vorn zu schauen, zu investieren, doch ich sehe weniger Teams die sich in Zukunft eine weltweite Teilnahme leisten können.

Stichwort GIC und GBC – ist in Deutschland Platz für zwei nationale Rennserien?


Ich sehe vielmehr keine Möglichkeit, diese beiden Rennserien unter einen Hut zu bringen. Zu unterschiedlich sind die Ausrichtungen der einzelnen Serien. Verschiedene Versuche haben gezeigt dass eine Zusammenlegung der beiden Serien nicht funktionieren wird, da die Konzepte einfach zu unterschiedlich.

Was passiert im GIC in 2010?

Zu den vier bestehenden Veranstaltungen kommt eine weitere Veranstaltung in Bremen hinzu. Außerdem werden im Süden Deutschlands derzeit Gespräche geführt, um einen sechsten Austragungsort zu realisieren. Damit hätte der GIC eine flächendeckende Ausrichtung die durch die wichtigsten Inline Veranstaltungen repräsentiert wird.

Du zählst zu den Urgesteinen der Inline-Szene. Welche größten Veränderungen gab es in den vergangenen zehn Jahren?

War Inline-Skating vor zehn Jahren cool und hip, so scheint der Anspruch heute fast verflogen zu sein. Inline-Skating ist nach wie vor auf der Suche nach einem Gesicht, nach einer Identität. Auf der anderen Seite wird hart an Strukturen gefeilt und gearbeitet, siehe z.B. Rollnacht in Düsseldorf und die bekannten Inline-Serien.

Und wo geht aus Deiner Sicht die Reise hin?


Inline-Skating wird sich mehr und mehr wie der Surfsport entwickeln mit einzelnen Herstellern, die sich für ihre Zielgruppe stark machen. Den Zenit haben wir schon lange hinter uns. In diesem Sinne geht es um die Erhaltung einer durch Leidenschaft und Emotionen gesteuerten Sportart.