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13. August 2010“Powerslide we love to skate Kolumne” mit Scott Arlidge

"Wenn Training leicht wäre, dann würde es jeder machen..."

Motivation ist das, was Du daraus...

Motivation ist wohl der größte Faktor im Sport allgemein, nicht nur im Speedskating. Häufig ist es der am meisten motivierte Athlet, der die Ziellinie zuerst überquert oder der die meisten Punkte erzielt. Viele von uns wissen, dass Motivation in vielen Formen auftreten kann. Für den einen Sportler ist es der erste Marathon, den er bestreitet, für den anderen ist es der Weltmeistertitel. Jeder Athlet hat etwas, dass ihn antreibt.

 

Der Grund, warum ich in dieser Kolumne über das Thema Motivation schreibe ist der, dass ich an einem Punkt der Saison angelangt bin, an dem ich jegliche Form der Motivation aufrufen muss, die ich habe. Die Saison ist für mich bereits sehr lang. Schon Mitte Februar bestritt ich mein erstes Rennen in Portugal. In 12 Wochen finden dann die Weltmeisterschaften in Kolumbien statt. Das bedeutet, dass ich mir meine Kräfte über die Saison hin weise einteilen muss, um für den Saisonhöhepunkt topfit zu sein.

 

Es ist nicht möglich von Februar bis Ende Oktober immer mit Vollgas seine Rennen zu bestreiten und zu erwarten, dass man jede Woche ein Rennen gewinnt. Meine Saison ist bislang ziemlich gut verlaufen, da ich bis zum WIC in Biel Ende Juni Woche für Woche Rennen bestritt und danach eine kleine Pause einlegen konnte, bevor ich damit begann, mich auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten.

 

Ein Vorteil für mich ist auch die Tatsache, dass ich mich nicht um Nationale Meisterschaften oder die Europameisterschaft sorgen muß und mich voll auf die WM konzentrieren kann. In den letzten Wochen habe ich mich sehr hart für die kommende WM vorbereitet, was nicht möglich gewesen wäre, wenn ich die kurze Pause nicht gehabt hätte.

 

Das Training war sehr hart in den letzten Wochen, aber für mein Verständnis muß es das auch sein, wenn man Weltmeister werden will. OK, es gibt Athleten, die weniger Training als andere brauchen, um den gleichen Level zu haben, aber am Ende muß jeder Athlet für sich entscheiden, was „hart“ für ihn selbst bedeutet. Oder um es mal anders zu sagen. Wenn Training leicht wäre, dann würde es jeder machen und jeder wäre auf dem gleichen Level. Der Unterschied wird da gemacht, wo es schwierig ist aus dem Bett zu kommen, oder wenn es mal windiger außen ist. Das sind die Tage, an denen Du die großen Champions im Training arbeiten siehst.

 

Es wurde schon viel darüber gesagt wie schwierig Weltmeisterschaften in Kolumbien sind. Dieses Jahr kommt noch ein weiter Faktor dazu, denn die WM wird in 2100m Höhe ausgetragen. Ich freue mich auf dieses Abenteuer. Ich persönlich mag Herausforderungen.

 

Während ich die Kolumne schreibe blicke ich etwas neidisch auf die Europameisterschaften, denn auch da würde ich gerne Rennen bestreiten. Jeder Athlet liebt die Herausforderung im Wettkampf, aber ich muß nach vorne schauen und mich auf meine anstehenden Aufgaben konzentrieren.

 

Bis zur WM stehen noch einige große Rennen an – als nächstes das WIC Rennen in Bern, dann das X-Race in Berlin gefolgt von einigen Marathonrennen in Korea, bevor es dann nach Kolumbien geht zu meinem Saisonhöhepunkt.

 

Zuletzt sei gesagt, dass Motivation das ist, was Du daraus machst. Du musst nur entscheiden, was Du erreichen willst und es dann auch wirklich umsetzen!